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Als starker Raucher habe ich vor gut 4 Jahren mit dem Dampfen angefangen. Der Umstieg war damals für mich kein Problem, ich vermute weil ich nicht mit der Absicht des Rauchstops zum Dampfen gekommen bin, sondern aus Interesse. Quasi ohne Zwang bin ich automatisch bei der Dampfe geblieben und habe seitdem auch so gut wie keine Pyro mehr angefasst. Nun habe ich diese Woche einen Selbstversuch gewagt: 1 Tag Rauchen nach 4 Jahren Dampfen. Nicht gezwungenermaßen, weil Liquid oder Akku leer waren, sondern rein aus Interesse. Um herauszufinden, ob und was sich nach all den Jahren des Nichtrauchens verändert hat.

Geschmack & Geruch

Ich fange mit dem Offensichtlichsten an. Geschmack und Geruch der Glimmstängel. Ich bin aufgestanden und anstatt zum Morgenkaffee zu meiner Dampfe zu greifen, zündete ich mir eine Pyro an. Erst als Nichtraucher merkt man, wie ekelhaft diese Angewohnheit eigentlich ist, denn der Geschmack meiner ersten Zigarette nach Jahren, hat mich buchstäblich zum Würgen gebracht. Aber: Ich habe es durchgezogen und nachdem die erste geschafft war, merkte ich auch gleich, wie sehr der Rauchgeruch an einem haften bleibt und einen verfolgt. Den ganzen Tag lang, habe ich mich in meinen stinkenden Klamotten unwohl gefühlt. Das ging so weit, dass es mir unangenehm war, mich in der Nähe von Anderen aufzuhalten.

Anderer Rhythmus und kein Ende

Ich hänge quasi immer an meiner Dampfe. Im Alltag, beim Autofahren, im Job. Und das habe ich an diesem Tag gemerkt. Dieses ständige Dampfe in der Hand haben und etwas auspusten wollen, hat sich aufs Rauchen übertragen. Während ich früher zwischen einzelnen Zigaretten längere Pausen gemacht habe, wollte ich mir an diesem Tag am liebsten gleich eine nach der anderen anzünden. Ich neigte also dazu, pausenlos zu Rauchen, da ich mir dieses Verhalten durch die Dampfe angewöhnt hatte. Ich merkte hierbei ganz schnell: Sollte ich irgendwann, aus irgendeinem Grund nicht mehr Dampfen können, wäre das ein Desaster. Am schlimmsten war tatsächlich das Autofahren. Da mein Wagen relativ neu ist, verzichtete ich gänzlich auf das Rauchen. Meine Hand wanderte an roten Ampeln wie von allein zu der Stelle, wo normalerweise meine Dampfe steht. Nachdem ich ausgestiegen war, war mein Verlangen nach einer Zigarette dann auch ziemlich groß. Hier wurde mir auch klar, dass ich das Gefühl „jetzt erstmal eine Rauchen“ wie früher, heute beim Dampfen nicht mehr habe.

Rücksicht

Seit ich mich mit dem Dampfen beschäftige, ist mir mehr bewusst, wie gefährlich Pyros und auch Passivrauchen ist. Im Alltag führte es dazu, dass ich mich, wenn ich eine Rauchen wollte, weiter von anderen Menschen weggestellt habe und auch bewusst in eine andere Richtung geraucht habe. Das mache ich übrigens beim Dampfen auch. Egal ob ungefährlicher oder nicht – man sollte andere Menschen nicht zuqualmen. Einfach aus Rücksicht und Respekt.

Vorbildfunktion

Ähnlich wie beim Punkt Rücksicht, habe ich hier deutlich mehr als früher darauf geachtet, welche Menschen beim Rauchen um mich herum sind. Haben mich Kinder gesehen, neigte ich dazu, die Zigarette zu verstecken bzw. erst dann wieder zu Rauchen, wenn ich aus dem Blickfeld war. Mir kam an diesem Tag eine Frau mit Kinderwagen und einem weiteren Kind entgegen. Bis ich an ihnen vorbei war, vermied ich es einen Zug zu nehmen und hielt die Kippe hinter meinem Rücken. Übertrieben? Vielleicht. Aber das ist das, was das größere Bewusstsein für die bösen Stängel mit mir macht.

Höheres Umweltbewusstsein

Das war wohl eine der größten Verhaltensänderungen die mir an diesem Tag aufgefallen sind. Als Raucher war es für mich damals fast selbstverständlich während dem Rauchen auf die Straße zu aschen und nach Abschluss den Stummel einfach wegzuschnipsen. Und heute… Mein Gott, habe ich mich dabei schlecht gefühlt. Ich habe zwar keinen Mini-Aschenbecher dabei gehabt, um meine Asche gar nicht erst in meine Umgebung zu schleudern, aber ich habe die Kippen ausgedrückt und bis zum nächsten Mülleimer mitgenommen. Ich kann nicht sagen, ob sich dieses Verhalten mit dem Dampfen entwickelt hat, wo man quasi unterwegs keinen Müll verursacht, oder ob das von allein kam. Ich kann nur sagen, dass es so war.

Fazit

Mein Fazit nach einem Tag Rauchen ist also, dass sich mein Verhalten teilweise extrem verändert hat. Würde ich jetzt wieder Rauchen, würde ich deutlich mehr auf meine Umwelt achten, mehr auf meine Mitmenschen und die Situation schauen, bevor ich mir eine Kippe anzünde. Geschmack und Geruch widern mich nach wie vor an, sodass ich mich freue, jetzt wieder Dampfen zu können. Gerade der Punkt mit dem anderen Rhythmus gibt mir zu denken. Vielleicht bin ich da allein, aber für mich würde die Gefahr bestehen zum Kettenraucher zu werden, sollte ich nicht mehr Dampfen können. Denn ganz weg vom Nikotin bin ich trotz mehrmals runtergeschraubten Dosen noch nicht.

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